Chrysantheme

Chrysantheme

HauptblumeHerbst

Die Chrysantheme ist die Herbstblume schlechthin: Feine Blütenblätter sammeln sich dicht, Schicht um Schicht, und öffnen sich zur runden, vollen Blüte. Weil sie bis zum ersten Frost des Spätherbstes nicht weicht, sondern weiter blüht, zählte man sie neben Pflaumenblüte, Orchidee und Bambus zu den Vier Edlen. Am geraden, festen Stiel sitzt eine üppige Blüte, sodass schon eine einzige einen gepflegten, würdevollen Eindruck macht. Ihre Heimat ist Ostasien: Lange in China gezogen, kam sie später nach Korea und Japan und schlug in jeder dieser Kulturen tiefe Wurzeln. Als Blume, die man in Tee und Wein genoss und in Malerei wie Dichtung festhielt, ist sie ein alter Vertrauter, den man beim Erzählen vom Herbst niemals auslässt. Für ihre Standhaftigkeit, die dem Frost trotzt und dennoch aufblüht, wurde sie auch als Blume der Gelehrten geliebt, die Grundsatz und Treue wahren. Je nach Sorte reichen Blütengröße und Blattform weit auseinander — von der großen Einzelblüte bis zur kleinblütigen Herbstchrysantheme —, und gerade diese Vielfalt macht ihren Reiz aus.

Die Geschichte der Bedeutung

Die Orange Chrysantheme bedeutet „Ein aufrichtiges Herz“. Die Bedeutung kommt von ihrem stillen Blühen im Frost, noch lange nachdem die prächtige Jahreszeit vorüber ist. Dass sie ihren Platz behauptet, wenn alle anderen Blumen längst vergangen sind, wurde als eine Beständigkeit gelesen, die unwandelbar an unserer Seite bleibt. Im alten Ostasien galt die Chrysantheme als Blume des Gelehrten, der auch in Bedrängnis seinen Grundsatz nicht verliert; gemeinsam mit der Geschichte des chinesischen Dichters Tao Yuanming (陶淵明), der der Welt entsagte und die Chrysantheme zum Freund nahm, wurde sie lange als Sinnbild von Zurückgezogenheit und Treue überliefert. Diese Blume des Spätherbstes, die dem Frost trotzt und aufblüht, eignet sich daher gut, ein bis zuletzt gleichbleibendes Herz zu übermitteln. Doch der Umgang mit der Chrysantheme ist von Kultur zu Kultur recht verschieden. In Frankreich, Deutschland, Italien und vielen weiteren Ländern Europas gilt sie als Blume des Gedenkens an die Verstorbenen, sodass man sie herkömmlich nicht zu Glückwünschen verschenkt. So ist es dieselbe Blume, die dennoch Anlass und Kultur des Beschenkten bedenken lässt, ehe man sie einbindet.

Bedeutungen nach Farbe

Wann verschenken

Als Blume, die selbst dem Frost nicht weicht, passt sie gut zu Anlässen, an denen man ein lange unwandelbares Herz übermitteln möchte. Ob als Dankesstrauß für einen Lehrmeister oder einen älteren Menschen, als Trost für die Mühe eines ganzen Jahres oder als jahreszeitliches Geschenk voller Herbststimmung — überall fügt sie sich natürlich ein. Dank ihrer Blumensprache der Aufrichtigkeit passt sie besonders zu Menschen, deren Beständigkeit man bestärken möchte: jemandem, der lange an einem Ort ausgeharrt hat, oder einem, der still seinen Teil erfüllt hat. In Korea, Japan und China ist sie die Herbstblume schlechthin und daher auch als Geschenk zu Festtagen oder Herbstanlässen unbeschwert. Doch wie gesagt kann die Chrysantheme im europäischen Kulturkreis als Blume des Gedenkens gelesen werden — hier vergessen Sie nicht die Feinfühligkeit, auf eine andere Herbstblume auszuweichen. Die kleinblütige Herbstchrysantheme hält mit ihren zierlichen Blüten lange und nimmt gut Wasser auf, sodass die beschenkte Person sie noch lange genießen kann.

Kombinationstipps

Die Orange Chrysantheme ist die Hauptblume, die einem warmen Herbststrauß die Mitte gibt. Stellt man sie neben Sonnenblume und Orange Dahlie derselben Jahreszeit, sammeln sich die Abendrottöne des Herbstes und werden üppig. Fügt man die federigen Ähren des Pampasgrases oder trockenes Chinaschilf hinzu, lebt die Stimmung spätherbstlicher Felder auf; lässt man mit einem Grün wie Eukalyptus Freiraum, treten die Linien der vollen Blüte umso deutlicher hervor. Da ihr Stiel gerade und fest ist, gibt sie das Gerüst des Straußes gut vor: Steckt man die Chrysantheme zuerst und richtet die Mitte auf, um die Lücken danach mit Fülle und Grün zu schließen, findet sich das Gleichgewicht leicht. Nutzt man den Größenunterschied von der großen Einzelblüte bis zur zierlichen Herbstchrysantheme für Höhen und Tiefen, entsteht selbst innerhalb einer Farbe ein natürlicher Rhythmus. Zur warmtonigen Chrysantheme sammelt man sattes Gelb und Orange für ein herbstlaubgleiches Zusammenspiel; möchte man es ruhiger, stützt man großzügig mit dunkelgrünem Blattwerk und lässt die Farbe zur Ruhe kommen. Weil ihre Blüten eher lange halten, wird sie zu einer verlässlichen Achse, die die Lebensdauer des ganzen Straußes trägt.

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