Lavendel

Lavendel

BeiwerkGanzjährig

Der Lavendel ist ein Duftkraut, an dessen schlanken, geraden Stielen sich kleine violette Blüten dicht wie Ähren sammeln. Es ist jene Blume, die die sommerlichen Felder der Provence in eine einzige violette Welle taucht — zu Hause an den sonnigen, trockenen Böden des Mittelmeerraums, wo sie seit langem als Kraut für Duft und Heilwirkung gezogen wird. Aus Blättern und Stielen strömt ein feiner Duft, sodass sie einem Strauß nicht nur mit ihrer Farbe, sondern auch mit ihrem Aroma Gegenwart verleiht. Die spitz aufragende Ährensilhouette bringt zwischen den runden Blütenköpfen Rhythmus, und die schmalen, graugrünen Blätter fügen sich mit dem Violett zu einem kühlen, ruhigen Eindruck. Weil Duft und Farbe auch getrocknet lange erhalten bleiben, ist der Lavendel als Trockenblume ebenso beliebt — willkommen besonders dann, wenn man einen Sommer über die Jahreszeit hinaus bei sich behalten möchte.

Die Geschichte der Bedeutung

Der Lavendel bedeutet „Stilles Warten“. Weil er die heiße Sommersonne geduldig erträgt, bis sein Duft am kräftigsten wird, gleicht er einem Herzen, das ohne ein Wort still zur Reife heranwächst. Statt schillernd die Blicke auf sich zu ziehen, gibt er seine Gegenwart nur durch sein zartes Aroma zu erkennen — ein Wesenszug, der jener Liebe ähnelt, die nicht drängt, sondern ihre Zeit abwartet. Seit jeher gilt der Lavendel als Kraut, dessen Duft das Gemüt besänftigt: In Europa legte man die getrockneten Blüten in kleine Säckchen und verwahrte sie im Schrank oder am Kopfende des Bettes, um sich mit ihrem Duft ruhigen Schlaf und Frieden zu erbitten. Der Name selbst soll aus dem lateinischen Wort für „waschen“ stammen, und so wurde der Lavendel lange auch als Sinnbild der Reinigung geschätzt, die Körper und Seele klar wäscht. Darum trägt ein Strauß Lavendel weniger ein prächtiges Geständnis in sich als vielmehr den stillen, zurückhaltenden Wunsch, dem anderen möge das Herz leichter werden. Das Versprechen, ohne Eile an der Seite zu bleiben, und die Fürsorge, dass ein Erschöpfter zur Ruhe kommen möge — diese wortlos gereichte Sprache des Trostes ist in dem violetten Kraut aufgehoben.

Bedeutungen nach Farbe

Wann verschenken

Der Lavendel passt zu Menschen, die weniger lauten Jubel als leisen Trost brauchen. Wer erschöpft ist oder eine ruhige Rast nötig hat, dem lässt sich mitsamt dem Duft ein Zuspruch überreichen, den Worte allein nicht fassen. Für einen Krankenbesuch oder einen Anlass des Trostes bindet man den mild duftenden Lavendel unbeschwert mit hell getönten Blüten zusammen; ebenso passt er, wenn man einem langjährigen Begleiter ein unwandelbares Herz zeigen möchte. Auch für einen kühlen Sommerstrauß, für eine Provence-Stimmung oder als Gabe stillen Dankes an Lehrer und Ältere ist er gut geeignet. Bindet man getrockneten Lavendel zu einem kleinen Bund wie ein Duftsäckchen, bleibt sein Aroma noch lange nach dem Schenken erhalten und trägt die Zuneigung Tag um Tag weiter. Für Anlässe, an denen ein zarter Nachklang mehr zählt als Prunk, wird der Lavendel zu einem stillen, doch lange erinnerten Geschenk — ganz im Sinne des Themas „Worte des Trostes“.

Kombinationstipps

Der Lavendel ist eine Füllblume mit spitzer Ährensilhouette; zwischen die runden Hauptblumen gesetzt, schafft er ein Auf und Ab der Höhen und bringt Leben in den Strauß. Bindet man ihn Ton in Ton mit violetten Materialien derselben Familie wie Lila Lisianthus oder Statice, entsteht ein kühler, geschlossener Strauß, als hätte man ein Lavendelfeld der Provence herübergeholt. Setzt man ihn hingegen im komplementären Kontrast zu gelben und cremefarbenen Blüten, tritt das Violett umso klarer hervor und die sommerliche Frische wird betont. Da die graugrünen Blätter sich natürlich mit Grün wie Eukalyptus verbinden, ordnen sich Duft und Farbe umso ruhiger, wenn man reichlich Grün unterlegt und Raum lässt. Weil die Stiele schlank und die Blütchen dicht sind, gewinnt der Strauß an Struktur, wenn man zuerst die Hauptblumen setzt und den Lavendel danach wie hingestreut dazwischen einfügt. Und da er seine Form auch getrocknet lange behält, eignet er sich vielseitig als Füller für Trockensträuße.

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